Es lebe die Familie
Wölfe leben in der Regel in einem Rudel. So wird der Verband genannt, der in seiner Struktur einer menschlichen Familie ähnelt. Ein Wolfsrudel besteht meist aus dem Elternpaar, seinen Welpen des laufenden Jahres und den Jungtieren aus dem Vorjahr (Jährlinge). Die Größe des Rudels schwankt im Jahresverlauf meist zwischen 5 und 10 Wölfen.
Die Welpen
Meist werden 4 bis 6 Welpen in einem Wurf geboren. Durch Krankheiten, Nahrungsmangel oder Unfälle überleben nur etwa 50 Prozent das erste Lebensjahr.
Die Jährlinge
Im Alter von 1 bis 2 Jahren wandern die Jungtiere beiderlei Geschlechts aus ihrem Elternterritorium ab. Einige wandern dabei hunderte Kilometer weit. Andere versuchen, sich in der Nähe der Eltern niederzulassen, um eine eigene Familie zu gründen.
Die Elterntiere
Rüde (Männchen) und Fähe (Weibchen) ziehen ihre Jungtiere gemeinsam groß. Das Elternpaar nimmt durch seine natürliche Autorität die Führungsrolle im Rudel ein.
3 Mythen zum Wolfsrudel
Rudelstabilität
Der Verlust eines Elternteils (bspw. durch Wildunfall oder Abschuss) kann das soziale Gefüge innerhalb eines Rudels gefährden. Dann fehlt die Leit- und Erziehungsfunktion für die unerfahrenen Jungtiere. Diese sind dann oft für Übergriffe auf Nutztiere verantwortlich.
Zusammenrottung
Anders als man früher oft dachte, besteht ein Rudel nicht aus einer gemischten Gruppe verschiedener ausgewachsener Wölfe mit wechselnder Rangordnung. Stattdessen besteht ein Rudel stets aus einem Familienverband. In Ausnahmefällen werden aber auch einzelne zugewanderte Tiere geduldet.
Alphawolf
Anders als in vielen Erzählungen gibt es innerhalb eines Rudels keinen Alphawolf und keine Rangkämpfe. Stattdessen führen die Elterntiere das Rudel. Eine besondere Führungsrolle kommt dabei der Fähe zu.